Das Zufussgehen bietet grosses Potenzial, um den Herausforderungen des Klimawandels in Siedlungsräumen zu begegnen – gleichzeitig wird es durch Hitzeinseln, Starkniederschläge und versiegelte Flächen zunehmend erschwert. Fachpersonen aus Planung, Verwaltung und Politik diskutieren Lösungsansätze und «Good Practices» an der Fachtagung von Fussverkehr Schweiz am 25. Juni 2026 in Sion.
Die Auswirkungen des Klimawandels sind in den Siedlungsräumen bereits deutlich spürbar und werden in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Städtische Hitzeinseln, häufiger auftretende Starkniederschläge und Überschwemmungen stellen neue Herausforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums. Besonders betroffen ist der Fussverkehr: In weitgehend versiegelten und ungenügend an die veränderten klimatischen Bedingungen angepassten Strassen- und Wegnetzen wird das Gehen zunehmend erschwert.
Gleichzeitig ist das Gehen die Fortbewegungsart mit dem geringsten CO₂-Fussabdruck und somit ein zentraler Hebel für eine klimafreundliche Mobilität. Umso wichtiger ist es, Siedlungsräume so zu planen und zu gestalten, dass sie auch künftig für Fussgängerinnen und Fussgänger zugänglich, sicher und attraktiv bleiben. Erwin Wieland, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Strassen (ASTRA), betont das Miteinander aller Akteure: «Wer den Fussverkehr fördern will, muss Mobilität als Gesamtsystem denken. Das gelingt nur in enger Zusammenarbeit von Bund, Kantonen, Gemeinden und Städten sowie mit einer Infrastruktur, die im Einklang mit den anderen Verkehrsmitteln gestaltet ist.»
Die Fachtagung von Fussverkehr Schweiz – im Auftrag des Bundesamtes für Strassen und mit finanzieller Unterstützung des Kanton Wallis und der Stadt Sion – widmet sich daher folgenden Fragen: Welche Strategien und Hebel stehen Gemeinden und Städten zur Verfügung, um ihre Resilienz gegenüber dem Klimawandel zu stärken? Welche Planungs- und Umsetzungsinstrumente helfen dabei, das Fusswegnetz und den öffentlichen Raum klimaangepasst weiterzuentwickeln?
Für eine klimaangepasste Siedlungsentwicklung ist die enge Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure entscheidend. So hält Marionna Schlatter, Nationalrätin (Grüne/ZH) und Präsidentin von Fussverkehr Schweiz, fest: «Wenn Klimaschutz, Klimaanpassung und die Förderung des Fussverkehrs gemeinsam gedacht und umgesetzt werden, entstehen Lösungen, von denen alle profitieren, insbesondere Kinder, ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität.»
Rund 100 Fachpersonen diskutieren an der Fachtagung über konkrete Lösungsansätze und «Good Practices», um die Klimafolgen in Siedlungsräumen zu mindern und den Fussverkehr gezielt zu fördern. Im Rahmen der Tagung veröffentlicht Fussverkehr Schweiz zudem die neue Publikation «Gehen in Zeiten des Klimawandels». Diese ist ab dem 25. Juni auf der Website verfügbar.